Grundkurs Christentum (2): mehr

magisDas zweite Stichwort unseres Grundkurses Christentum ist ein Verhältniswort: MEHR. In diesem kleinen Wörtchen zeigt sich so etwas wie eine Grundeinstellung zur sichtbaren Wirklichkeit. Christinnen und Christen rechnen damit, dass das, was sich uns zeigt, nicht alles ist, was es gibt. Sie rechnen damit, dass es mehr gibt.

Christen glauben zum Beispiel, dass zu einem Menschenleben mehr dazugehört als das, was sich zwischen Geburt und Tod abspielt. Sie sind überzeugt, dass man einen Menschen viel zu klein denkt, wenn man ihn nur mit menschlichen Maßstäben misst. Das, was wir hier und jetzt wahrnehmen, ist nur ein Teil eines größeren Ganzen.

Was kann das in der sozialen Arbeit bedeuten?

Am Sterbebett in einem Pflegeheim zum Beispiel könnte es bedeuten: Ich rechne mit der Möglichkeit, dass das nicht das Ende dieses Menschen ist. Dass da noch etwas kommt – für den Sterbenden und für die Menschen, die zurückbleiben, die Angehörigen oder die Freunde oder die Pflegenden. Oder bei Klientinnen oder Klienten, deren Leben zerbrochen oder verstrickt ist, könnte es bedeuten: Ich sehe sie an in der Überzeugung, dass es in diesen Leben noch etwas Anderes gibt. Etwas Heiliges, das ganz unberührt bleibt von Sucht, Gewalt, Wahn, Alter, Krankheit, Behinderung, Versagen, Schuld, Zerstörung oder Selbstzerstörung.

Fragen:

  • Glauben Sie, dass es außer der materiellen Welt noch etwas Anderes gibt?
  • Was halten Sie von der Vorstellung, dass jeder Mensch etwas Heiliges in sich hat?

 

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Ein Gedanke zu „Grundkurs Christentum (2): mehr

  1. Marcus Gundlach

    Als jüdischer Mensch bin ich eindeutig in dem Gedanken „Heilig“: Es ist G´tt allein, der Heilig ist. Allerdings haben wir in unserer Seele – sie ist G´tt gegeben und kehrt nach unserem Ableben zu IHM zurück – einen g´ttlichen Funken. Dieser ist bestrebt sich mit dem Schöpfer zu vereinigen, so wie eine Kerze ein Licht erzeugt, in dem das Wachs transformiert wird. Sie, die Kerze selbst, wird dabei nicht zerstört, sondern nur umgewandelt. Ich sehe dies auch so mit dem Menschen: G´tt schuf uns „in seinem Ebenbild als Mann und Frau“. Es bedarf immer ein Gegenüber, um den Willen des Schöpfers zu vervollkommnen. G´tt ist Heilig, deshalb sollen wir uns Heiligen. Wie tun wir das (jüdische Menschen)?! Durch die Erfüllung seiner Gebote, vermittelt über die Worte der Tora. Denn ich bin der festen Überzeugung: Alle Worte der Tora repräsentieren den Willen G´ttes.

    Antwort

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