Neue Serie: Gebetskultur

p1060164Auf der Suche nach dem christlichen Profil verweisen nicht wenige caritative Einrichtungen und Unternehmen darauf, dass es bei ihnen so etwas wie eine Gottesdienst- und Gebetskultur gibt. Nicht selten wird darauf sogar als erstes hingewiesen, wenn gefragt wird, worin sich der „christliche Geist“ des Hauses denn zeige.

 

Eine wirkliche Gebetskultur in caritativen Einrichtungen und Unternehmen zu gestalten und zu pflegen ist meiner Erfahrung nach eine komplexe Angelegenheit. Sie ist komplex, will man dabei mehr beschreiben als ein paar „christliche Angebote“, einen Hausgottesdienst vielleicht oder eine Segensfeier. Oder eine Broschüre mit Gebeten und einem Segensspruch, vielleicht auch ein Kreuz an der Wand, und wenn man besonders interreligiös ist noch einen Halbmond dazu. Sicherlich: das alles kann Ausdruck einer Gebetskultur sein, vielleicht, aber die Tatsache allein, dass es so etwas gibt, sagt darüber noch nicht viel aus.

Eine echte und gute Gebetskultur braucht einiges an Sorgfalt und an konzeptioneller Klarheit, besonders, wenn es sich dabei um Gebetskultur in einem pluralen Kontext– d.h. mit weltanschaulich und religiös vielfältigen Bewohner(innen), Klient(inn)en und Mitarbeitenden – handeln soll. Diese Serie will einen Beitrag leisten zur Diskussion um Gebetskultur in caritativen Einrichtungen und Unternehmen. Manches davon kann vielleicht auch ein Impuls sein für die Gestaltung und Pflege einer persönlichen Gebetskultur.

Es werden in den nächsten Wochen einige Überlegungen vorgetragen zu Wesen und Sinn des Gebets, zu privatem und gemeinschaftlichen Beten, zu Liturgie und liturgischer Bildung. Es werden Anregungen gegeben zur Pflege heilsamer Rituale und zur Gestaltung sinn- und stilvoller liturgischer Feiern. Und nicht zuletzt werden einige grundsätzliche Fragen angestoßen: Kann ein Atheist einen Beitrag zu einer Gebetskultur leisten? Gibt es multireligiöse Feiern wirklich? Und welche Theologie setzt eine echte interreligiöse Unternehmenskultur voraus?

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2 Gedanken zu „Neue Serie: Gebetskultur

  1. ich finde es gut dass wir unsere Form der Gebetskultur in unseren Einrichtungen überdenken, mit dem Ziel auch unsere Werkstattangehörigen aus anderen Kulturkreisen besser einbinden zu können. Als ich 1980 einen freiwilligen Lerndienst in Bangladesch ableistete, saßen wir täglich morgens im Kreis zu Gebet und Morgenbetrachtung. Im Wechsel gestaltete jede Religionsgruppe (Muslim, Hindu, Buddist oder Christ den Impuls vor und trug seine Sichtweise vor. Gemeinsame Lieder umrahmten das Ganze.
    Franz Keckeisen

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