Spiritualität der caritas

Mit den heutigen Gedanken endet die Reihe der spirituellen Impulse, die die Corona-Krise in den letzten Wochen begleitet haben. Einige der Texte, die dabei entstanden sind, finden Sie zum Nachlesen – auch zum neuen Nachklingenlassen vielleicht – in der Rubrik Impulse zur Corona-Krise, die sie oben anklicken können.

Was hat diese Zeit mit Ihnen gemacht? Wie hat sie sich ausgewirkt auf Ihr Gemüt, Ihre Weise, in der Welt zu sein, Ihre Spiritualität? Wie hat sie sich ausgewirkt auf den Geist, der Ihrer Arbeits- und Lebenssituation ihren Charakter, ihr Gepräge gibt?

Was hat Sie lebendig gemacht oder am Leben gehalten in dieser Zeit? Was war Ihnen Nahrung und Geleit? Was hat in Ihnen den Geist der Liebe entzündet und die Flamme brennen lassen? Pfingst-Fragen sind das. Das Pfingstfest ist so etwas wie die liturgische Verdichtung dieser Fragen. Nicht nur in der Corona-Zeit, im ganzen Leben. Um Geist, um Leben, um Belebung und Inspiration, darum geht es. Das Pfingstfest bringt diese Thematik in Bilder, in Zeichen, in Erzählungen, in Inszenierungen.

Ich werde meinen Vater bitten und er wird Euch einen Beistand geben, der für immer bei Euch bleiben wird. Das ist das Versprechen Jesu vor seinem Tod. Pfingsten ist die Erfahrung, dass Gott dieses Versprechen einlöst. Bis heute. Wo ich etwas spüre von diesem Beistand Gottes, gewaltig oder sanft, heftig oder zart, deutlich oder geheimnisvoll, da ist Pfingsten.

Offen werden, offen sein, offen bleiben für diesen Geist, empfänglich bleiben, das ist wichtig, darauf lohnt sich zu achten. Mich immer wieder innerlich und äußerlich so ausrichten, dass mir etwas gegeben, geschenkt werden kann. So sein, dass Gottes Geist in mir wirken kann. Aber auch kritisch sein. Die Geister unterscheiden. Was von dem, was auf mich einströmt, in mich eindringen will, belebt mich und nährt meine Liebe? Und was sind die Abergeister, denen ich entgegentreten muss, damit sie meine Lebendigkeit und meine Liebeskraft nicht schwächen?

Für das persönliche Leben gilt das. Es gilt mutatis mutandis auch für das Leben in den Diensten, Einrichtungen, den Unternehmen von Caritas und Diakonie. Achtsam sein und wachsam für den Geist, der tatsächlich spürbar ist. Etwaige Abergeister entdecken und entmachten. Und es ansonsten dem Heiligen Geist nicht allzu schwer zu machen. Das ist die ganze Kunst einer lebendigen und liebevollen Spiritualität der Caritas.

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