Grundkurs Christentum (6): diakonische Perspektive

PerspektiveWie liest man nun biblische Geschichten? Wie sind sie zu verstehen?

Ohne groß in textkritische Fragen einzusteigen als Tipp nur soviel: Nehmen Sie bei der Lektüre eine diakonische Perspektive ein. Das heißt: Fragen Sie bei den biblischen Geschichten immer: Was daran ist – für mich, in meiner Lebenssituation – die gute Nachricht? Was wollen mir die Texte sagen, um mich – das meint „diakonisch“ – zu stärken, zu trösten, mir Mut zu machen? Wie wollen mir die Geschichten helfen, mich und mein Leben in einer heilsamen Perspektive zu betrachten?

Und, das ist der zweite Tipp: Fragen Sie immer auch: Was wollen mir die biblischen Geschichten über Gott – über den Beistand Gottes in meinem und für mein Leben – sagen? Denn das ist der rote Faden der ganzen Bibel. Sie erzählt von heilsamen Erfahrungen von Menschen mit Gott. Sie erzählt davon, wie Gott für Menschen etwas tut. Wie Gott Menschen nahe kommt – gerade in Lebenssituationen, wo ihre eigene Kraft nicht reicht.

In der Reihe Refounding haben wir einige biblische Texte zusammengestellt, die für die soziale Arbeit eine besondere Bedeutung haben. Wenn Sie wollen, klicken Sie mal rein und lassen Sie sich davon inspirieren. Und vor allem: Lassen Sie sich davon aufrichten und positiv ausrichten.

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„Spiritualität“ bedeutet … – ja, was eigentlich?

 

Spiritualität„Spiritualität“ ist ein schillernder Begriff. In der allgemeinen Wahrnehmung ist er positiv besetzt. Buchregale sind voll mit „spirituellen Ratgebern“, es gibt eine Vielzahl von Seminaren und Kursen zu „spirituellen Themen“, „spirituelle Menschen“ ziehen oft eine große Menge an Zuhörern und Zuschauern an. Gibt man „Spiritualität“ bei Google ein, erhält man in 0,2 Sekunden über 2 Millionen Treffer.

Hier spätestens könnte man vielleicht auch stutzig werden. Meinen alle das Gleiche, wenn sie von „Spiritualität“ oder „spirituell“ sprechen? Was genau ist das denn? 

Auch bei vielen sozialen Unternehmen und Organisationen hat Spiritualität Konjunktur. In Leitbildern, Konzeptpapieren und Internetauftritten wird auf die „Spiritualität“ als wichtiges Profilmerkmal Bezug genommen. Sieht man genauer hin, stellt man schnell fest, dass sich unter den Etiketten „Spiritualität der Caritas“ oder „diakonische Spiritualität“, „caritativ-diakonische Spiritualität“ etc. eine bunte Vielfalt von z.T. recht unterschiedlichen Begriffen, Ideen und Konzeptionen verbirgt. Es lohnt sich sehr, genau nachzufragen, was jeweils gemeint ist, wenn jemand von Spiritualität spricht.

Vielleicht ist das mit das Wichtigste, wenn man Spiritualität gestalten will: auf die Suche zu gehen nach Antworten, was denn mit „Spiritualität“ jeweils gemeint ist. Was ist – für Dich – Spiritualität ganz allgemein, was christliche Spiritualität, was eine Spiritualität der Caritas oder Diakonie? Welche Fragen beschäftigen Dich dabei? Welche Zugänge führen Dich weiter? Welche Bilder drücken für Dich etwas aus? Welche Geschichten gehen Dir nahe?