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Neue Serie: spirituelles Leben

P1040476Nach längerer Umbaupause startet in diesem Blog eine neue Serie. Etwas ungelenk trägt sie die Überschrift „spirituelles Leben“. In der Vergangenheit gab es schon einige Überlegungen zum Begriff „Spiritualität“ und zu einer Spiritualität (in) der caritativen Arbeit.

Es dürfte deutlich geworden sein, dass ich kein Freund eines „addidiven“ Spiritualitätsverständnisses bin. Es geht, so meine ich, nicht so sehr darum, in oder neben der Arbeit auch noch „etwas Spirituelles“ zu machen, eine Kerze zu entzünden oder sonst ein Ritual zu veranstalten oder einen – nicht selten doch recht isolierten – „spirituellen Impuls“ zu verlesen oder so etwas. Das alles kann natürlich für sich genommen durchaus etwas Sinnvolles sein. Entscheidender scheint mir aber, ob und wie „das Spirituelle“ zum Gesamt der Arbeit und des Lebens passt.

Jeder Mensch hat, darauf wurde immer wieder hingewiesen, Spiritualität. Weil jeder Mensch etwas hat, was ihm wichtig ist. Jede und jeder hat eine Vorstellung vom guten Leben, von dem, was ihr und ihm wertvoll oder gar heilig ist. Jede und jeder hat eine Art, das eigene Leben zu gestalten. Jede und jeder bringt dies auch in seine Arbeit mit, es prägt– bewusst oder unbewusst – die Art, Menschen zu pflegen, zu beraten, zu begleiten, zu führen. Und es ist diese ganz persönliche Spiritualität, durch die unsere Mitarbeitenden und Führungskräfte die „Spiritualität der Caritas“ mitprägen und mitgestalten. „Spirituelles Leben“ in Caritas und Diakonie wird damit beginnen, diese verschiedenen, je eigenen Spiritualitäten in einen fruchtbaren und respektvollen Dialog zu bringen.

Auf der anderen Seite ist „Spiritualität“ aber auch so etwas wie ein Wert- und Sehnsuchtsbegriff. Wenn Menschen auf die Suche gehen nach Spiritualität, wenn sie „spirituelle Übungen“ machen oder „spirituelle Ratgeber“ befragen, dann spiegelt sich darin auch die Suche nach Orientierung, die Suche nach Kraft und Lebendigkeit. Das „spirituelle Leben“ wird als Gegenentwurf gesehen zu einem Leben, das nur von außen gesteuert ist. Wo ich nur damit beschäftigt bin, Anforderungen und Erwartungen anderer zu genügen. Wo ich mit einer inneren To-do-Liste durch die Tage hetze und den Kontakt zu meinem eigenen, meinem inneren Leben verloren habe oder dabei bin, ihn zu verlieren.

Oft werde ich gebeten, bei Klausurtagungen oder Seminaren ein „spirituelles Angebot“ zu machen. Und wenn ich dann frage, was sich denn die Auftraggeber davon versprechen, dann kommen Antworten wie: zur Ruhe kommen, sich sammeln, sich sortieren, Kraft schöpfen, sich selbst wieder spüren, die eigenen Ideale wieder leuchten sehen. Die spirituellen Übungen sind dabei eigentlich nicht das Wichtige. Wichtig ist das, was in ihnen neu in den Blick kommt. Und wichtig ist das, was jemand dabei erfährt – nicht als Fremderfahrung, sondern als Erfahrung aus dem eigenen Inneren.

Ausgehend davon wird es also in nächster Zeit in diesem Blog einige Betrachtungen über „spirituelles Leben“ geben. Eigene Überlegungen und solche aus dem reichen Schatz der verschiedenen spirituellen Traditionen. Es sind Betrachtungen, Beobachtungen, Berichte, keine Abhandlungen oder Patentrezepte. Nehmen Sie sich das heraus, was Ihnen nützlich und hilfreich ist. Und wenn Sie mögen, reichern Sie das Gesagte an durch eigene Gedanken und Geschichten.

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