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Heilsame Schritte – Analyse einer biblischen Mustergeschichte

Regina Reber: Silver

In biblischen Geschichten verdichten sich oft menschliche Existenzmuster. Es sind Geschichten von Menschen, die in einer bestimmten Lebenssituation sind, in welche dann etwas von Gottes Kraft und Gottes Geist kommt. Diese Existenzgeschichten können für Menschen in der sozialen oder pastoralen Arbeit inspirierend sein und ermutigend und nicht selten auch entlastend und befreiend.

In einem Ausbildungskurs „Diakonische Pastoral“ haben wir letzte Woche eine Geschichte analysiert, die zu den Klassikern in der theologischen Fortbildung von Seelsorger(inne)n oder Berater(inn)en gehört. In gewisser Weise findet man darin das gesamte Programm von Caritas und Diakonie wieder mit seinen Dimensionen: konkrete Hilfeleistung, Anwaltschaft und Solidaritätsstiftung. Und natürlich, wie bei jeder guten sozialen und pastoralen Arbeit, das Empowerment, die Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Geschichte beschreibt einen Prozess. Dieser Prozess wird in der sozialen Arbeit gerne „empowerment“ genannt. In seelsorglichen Kategorien könnte man von einem Prozess diakonischer Pastoral sprechen. Es lohnt sich, diese Geschichte sehr genau auf die Prozessschritte und Prozesselemente hin zu analysieren. Und in diesem Fall lohnt es sich auch sehr, den Urtext beizuziehen, weil viele Übersetzungen wichtige Details nicht wiedergeben.

Im Nachgang zu diesem Seminarkurs soll der zweitelige Beitrag, der vor einiger Zeit schon einmal in diesem Blog erschienen ist, hier erneut eingestellt werden. Er sei mit zwei Bildern illustriert.

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Professionalität und Spiritualität

Letzte Woche war ich eingeladen, an einer Begegnungs- und Austauschreise teilzunehmen. Sie führte uns, eine Gruppe von Mitarbeitenden aus Caritas und Kirchengemeinden, nach Mailand zur Caritas Ambrosiana, mit der der Diözesancaritasverband Rottenburg-Stuttgart seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist. Dabei kam es zu vielfältigen Begegnungen, Einblicken und Gesprächen. Wir haben verschiedene Einrichtungen besucht, haben dort Menschen kennengelernt, die sich ehrenamtlich oder beruflich für Menschen in schwierigen Lebenssituationen einsetzen. Wir haben etwas von der Kultur und der Atmosphäre mitbekommen, die dort jeweils zu spüren ist. Wir sind auch untereinander ins Gespräch gekommen, haben voneinander etwas erfahren über den je eigenen Zugang zu dieser Arbeit, über die Motivation und die Quellen, aus denen sich Selbstverständnis und Motivation speisen.

Wieder einmal ist deutlich geworden, dass soziale Arbeit – im weiten Sinne: wenn Menschen mit Menschen arbeiten – zwei Dimensionen umfasst. Einerseits stellen die Mitarbeitenden ihre Professionalität (Ausbildung, Berufserfahrung, Fachexpertise etc.) zur Verfügung. Darin und darüber hinaus bringen sie aber immer auch sich selbst als Person in die Beratung, Begleitung, Pflege, Führung mit ein. In einem allgemeinen Sinne kann das Gesamt der geistigen und geistlichen Grundlagen, die Personen in ihre Arbeit einbringen (Werthaltung, Menschenbild, Gesellschaftsvision, Lebenskonzept, Berufsethik…), ihre Spiritualität genannt werden. Und neben aller fachlichen Anregung ist es vor allem der Kontakt zu dieser spirituellen Dimension der caritativen (und auch der pastoralen) Arbeit, der eine solche Lern- und Begegnungsreise so anregend und inspirierend macht.

Für die Lebendigkeit und die Innovationskraft eines diakonischen Unternehmens oder einer caritativen Einrichtung ist es ungeheuer wichtig, dass es geschützte, gestaltete und gepflegte Räume (settings) gibt, in denen sich Mitarbeitende und Führungskräfte ihrer je eigenen Spiritualität immer wieder vergewissern und dazu auch voneinander etwas erfahren können. Geschützte, gestaltete und gepflegte Räume, in denen unter den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden ein achtsamer und respektvoller Dialog über die je eigene Spiritualität möglich ist und gefördert wird. Ich verwende dafür gerne den Begriff Kultur der existentiellen Kommunikation. Und ich bin überzeugt, dass eine solche Kultur ein bedeutsames, ein unverzichtbares Element einer christlichen Unternehmenskultur ist.