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Heilsame Schritte – Analyse einer biblischen Mustergeschichte

Regina Reber: Silver

In biblischen Geschichten verdichten sich oft menschliche Existenzmuster. Es sind Geschichten von Menschen, die in einer bestimmten Lebenssituation sind, in welche dann etwas von Gottes Kraft und Gottes Geist kommt. Diese Existenzgeschichten können für Menschen in der sozialen oder pastoralen Arbeit inspirierend sein und ermutigend und nicht selten auch entlastend und befreiend.

In einem Ausbildungskurs „Diakonische Pastoral“ haben wir letzte Woche eine Geschichte analysiert, die zu den Klassikern in der theologischen Fortbildung von Seelsorger(inne)n oder Berater(inn)en gehört. In gewisser Weise findet man darin das gesamte Programm von Caritas und Diakonie wieder mit seinen Dimensionen: konkrete Hilfeleistung, Anwaltschaft und Solidaritätsstiftung. Und natürlich, wie bei jeder guten sozialen und pastoralen Arbeit, das Empowerment, die Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Geschichte beschreibt einen Prozess. Dieser Prozess wird in der sozialen Arbeit gerne „empowerment“ genannt. In seelsorglichen Kategorien könnte man von einem Prozess diakonischer Pastoral sprechen. Es lohnt sich, diese Geschichte sehr genau auf die Prozessschritte und Prozesselemente hin zu analysieren. Und in diesem Fall lohnt es sich auch sehr, den Urtext beizuziehen, weil viele Übersetzungen wichtige Details nicht wiedergeben.

Im Nachgang zu diesem Seminarkurs soll der zweitelige Beitrag, der vor einiger Zeit schon einmal in diesem Blog erschienen ist, hier erneut eingestellt werden. Er sei mit zwei Bildern illustriert.

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Caritas und Diakonie als Lernorte des Glaubens

Das christlich-spirituelle Profil von Caritas und Diakonie realisiert sich nicht zuletzt darin, dass ihre Unternehmen und Einrichtungen für interessierte Mitarbeitende und Führungskräfte zu vorzüglichen Lernorten des Glaubens werden können. Deshalb gehört eine fundierte christlich-spirituelle Bildung zu den Aufgaben von Caritas und Diakonie. Sie soll dort besonders gut sein, auf einem hohen Niveau, attraktiv und passgenau für eine weltanschaulich plurale Mitarbeiterschaft.

Die Frage nach dem christlichen Profil wird hier anders gestellt. Es wird nicht (mehr) gefragt: Sind die Mitarbeitenden christlich oder katholisch oder evangelisch? Sondern es wird gefragt: Inwieweit ist diese Einrichtung, das Unternehmen, die Organisation ein besonders guter Ort, um christlich-spirituelle Erfahrungen zu machen? Kann ein interessierter Mensch dort bei seiner persönlichen Auseinandersetzung mit den Fragen des Lebens geistige und geistliche Nahrung finden? Dieser Zugang ist ein wirklicher Paradigmenwechsel. Das christliche Profil wird nicht mehr vor allem in der persönlichen christlichen Spiritualität der einzelnen Mitarbeitenden gesucht. Sondern es wird die „institutionelle Spiritualität“ in den  Blick genommen und gefragt ob und inwieweit die Einrichtung oder die Organisation inspirierende Lern- und Begegnungmöglichkeiten für christliche Spiritualität bereit hält: Austausch- und Erfahrungsräume, Informationsangebote, Begegnungsformate, Begleitprogramme uvm.

Diejenigen, die in Caritas und Diakonie, aber auch in der verfassten Kirche eine besondere Verantwortung für das christliche Profil caritativer Unternehmen tragen, sollten dabei durchaus auch einen kritischen Blick auf die Entwicklungen werfen. Sie sollen nachfragen und nachschauen, ob die caritativen Einrichtungen und Unternehmen wirklich an einer Kultur der Reflexion und existentiellen Kommunikation interessiert sind und daran arbeiten. Ob die weltanschaulich-religiöse Pluralität wirklich als Herausforderung und Gestaltungsaufgabe angenommen wird – und nicht als letztlich unbedeutendes Nebenthema abgetan wird beim Kampf um Fachkräfte. Sie sollten begründete Kritik äußern, wenn die spirituellen Bildungsformate, die spirituellen Erfahrungs- und Lernräume bei den caritativen Unternehmen die spirituelle Vielfalt ihrer Mitarbeitenden, Klienten, Bewohner etc. nicht abbilden. Kritisch betrachtet und geprüft werden sollte auch, ob die Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten für christliche Spiritualität und christlichen Glauben auf einem angemessenen Niveau sind. Angemessen für erwachsene, hochausgebildete Mitarbeitende und Führungskräfte.

Im Idealfall sollte jeder Interessierte in einem christlich-caritativen Unternehmen die Erfahrung machen können, dass allen Religionen und Weltanschauungen gegenüber eine religionssensible und respektvolle Haltung gefördert und gepflegt wird. Darüber hinaus kann er im Hinblick auf das Christentum erwarten, auf seinem Glaubensweg angemessene Begleitung und Unterstützung zu finden.

Relaunch

Joachim Reber: Flipchart

Regelmäßige Leserinnen und Leser haben es bemerkt. Dieses Blog hat wieder einmal einen kleinen Relaunch erhalten. Vor allem: die Werbung ist weg. Bislang wurde das Blog in seiner kostenfreien Version betrieben. Das führte dazu, dass auf den User abgestimmte Werbung eingeblendet wurde. Und das wiederum führte dann zuweilen zu ganz seltsamen und auch ärgerlichen Kombinationen. Deshalb habe ich jetzt auf eine kostenpflichtige und werbefreie Version umgestellt.

Zum Zweiten: Die meisten alten Artikel wurden rausgenommen. Nur ein paar wenige exemplarische ältere Beiträge sind noch eingestellt. Das soll künftig auch so gehandhabt werden, dass die Beiträge eine Zeitlang abrufbar sind und dann aber auch wieder verschwinden. Wenn Sie es länger und genauer und vertiefter möchten, dafür sind die Grundsatzartikel und die Bücher da. Eventuell vielleicht irgendwann noch ein kleines Archiv mit so etwas wie kurzen Grundsatzartikeln. Mal schau’n.

Und wenn Sie die Seiten ganz genau durchschauen, werden Sie sehen, dass im Impressum nun der Bezug zum Caritasverband für Stuttgart fehlt. Das hängt mit einem Stellenwechsel zusammen. Künftig ist dieses Blog zunächst und zuerst einfach eine kleine Postille von mir als „Privatautor“. Aber natürlich fließen auch weiterhin Erfahrungen aus meiner beruflichen und freiberuflichen Beschäftigung mit Spiritualität in sozialen Unternehmen, mit Fragen nach einem christlich-spirituellem Profil und einer guten, heilsamen Unternehmenskultur in die Beiträge ein. Ein paar Stichworte, um die die Überlegungen in diesem Blog immer wieder kreisen, sehen Sie auf dem Flipchart.

Unverändert aber ist das Anliegen und Ziel dieses Blogs.  Die Gedanken und Betrachtungen wollen Sie inspirieren, wollen Ihnen etwas Gutes geben und Sie herzlich einladen zum Weiterdenken und zum Dialog.